San Blas – ein karibischer Traum

Zuletzt klingelte der Wecker zu solch unchristlicher Zeit als wir im letzten Sommer zur Basteibrücke in der sächsischen Schweiz gewandert sind. Jetzt war es 4:30 Uhr in Panama City. Nach den Anstrengungen des gestrigen Tages quälten wir uns nach einer viel zu kurzen Nacht aus den Stockbetten des Hostal Ruiz. Sowieso ist das mit dem Wecker so eine Sache. Mit der eigenen inneren Uhr aufzuwachen ist ein so wohltuendes Gefühl. Eines der Privilegien während unserer Auszeit, welches wir sehr genießen.
Aber an diesem Morgen geschah ja auch alles fürs Vergnügen. Einen halben Tag später sollten wir uns in einer Inselwelt wiederfinden die ihresgleichen sucht. Der traumhaft schöne Archipelago de San Blas ist eine vom Meer umschlungene Wildnis mit sandigen Koralleninseln. Er erstreckt sich rund 230 Kilometer entlang der panamaischen Karibikküste. Zusammen bilden die Inselkette und ein schmaler Festlandstreifen die Comarca Kuna Yala, einen Distrikt, der nur vom Kuna Volk bewohnt wird. Die Erwartungen waren hoch, schauen die Bilder die man bei Google Recherchen findet doch nach dem puren karibischen Traum aus. Per Allrad- und Bootstransfer an das Außenriff Yansaladup erreichten wir am Vormittag das Segelschiff unserer österreichischen Gastgeber Gerlinde und Gunther. Die „Muoza“, ein 43 Jahre altes und sehr solide gebautes 11m Segelboot sollte in den nächsten Tagen unsere Herberge und Basis werden. Wir hatten uns schon kurz vor Abreise um diesen Segeltrip gekümmert, da es von uns beiden ein großer Wunsch war einmal richtig karibische „Waterworld“ zu erleben. Einige Zufälle haben uns dann zu diesem sehr privaten Angebot gebracht.

Gerlinde und Gunther segeln nun schon seit 1,5 Jahren in der Karibik und bessern ihr Budget auf, indem sie ausgewählte Gäste zeitweise mitnehmen. Ausgewählte im Sinne von „die Chemie sollte passen“. Denn man verbringt auf kleinstem Raum gemeinsam viel Zeit. Und so ergaben sich sehr interessante Gespräche über Gott und die Welt, über Lebensansichten und die Länder die wir bereist haben. Gerlinde hat uns mit ihren Kochkünsten begeistert und jede Mahlzeit zu einem Highlight gemacht.

Während der 5 Tage setzten wir unsere Füße in den weichen Sand der Miniinseln Yansaladup, Wisaladup und Barbecue Island. Allesamt wert um für eine karibische Fototapete herzuhalten. Wobei Barbecue Island (oder auch Isla de Tortuga) für mich definitiv zu einem „Most favorite spot on earth“ wurde. Der sehr freundliche Kuna, der sich aktuell um die Insel kümmert war sehr freundlich und kommunikativ. Wir genossen ganz typisch jeder unsere Kokosnuss. Erst trinken, dann essen.
Die schillernden Farben in türkis und blau versuchte ich in mich aufzusaugen. Es war überwältigend. Am liebsten hätte ich mir was davon eingepackt und mitgenommen. In der Erinnerung mache ich das auch.

Wir segelten an drei Tagen Etappen zwischen 6 und 13 Meilen. Ganz entspannt und zum Glück ohne Seekrankheit. Wir ankerten an wunderschönen Plätzen und erfuhren viel über die Seglercommunity die sich hier in San Blas gebildet hat. Gunther und Gerlinde segeln hier seit fast 9 Monaten, man kennt sich, man trifft und hilft sich. Denn die Güter des täglichen Lebens – Süßwasser, Nahrung und Treibstoff – sind hier noch um ein vielfaches wertvoller, weil sehr mühsam zu besorgen oder oft gar nicht zu haben. Also heißt es Vorräte anzulegen und hauszuhalten – mit Allem. Abgeduscht haben wir uns zum Beispiel immer mit einer Flasche Süßwasser welches zuvor von den Kunas am Fluss entnommen wird und dann den Seglern an wenigen Ankerplätzen in Fässern geliefert wird. Trinkwasser wurde speziell gefiltert oder entsalzt. Gemüse, Obst oder Fisch können die Segler in sehr unregelmäßigen Abständen von den Kuna, die oft noch in ihren Einbaumbooten umherpaddeln, kaufen. Ansonsten kann man mit dem Schlauchboot (Dingi) auch zu einer der bewohnten Inseln übersetzen und das Nötigste kaufen. Für den Großeinkauf muss man nach Panama City.

Wir haben die Tage hier wirklich sehr genossen, beim schnorcheln, schwimmen, segeln und extrem abhängen 😉 Ich denke die Bilder sprechen für sich.

Und dann ging es zurück ins stickig, laute Panama City. Unsere Weiterreise planten wir direkt für den nächsten Tag. Der nächste Halt wird das auf gut 1000m gelegene Örtchen Boquete in der Provinz Chiriqui sein. Bekannt für seinen Kaffee, das angenehme Klima und den seltenen Quetzal (grün roter Vogel) in den Nebelwäldern.

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