Halbzeit an der Costa Blanca

Manchmal kommt mir diese Reise vor wie eine Reifeprüfung die es zu bestehen gilt. Ganz besonders im Hinblick auf unsere Beziehung auf engstem Raum und mit täglichen gemeinsamen Entscheidungen, mit unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnissen. Es läuft nicht immer geradlinig. Nach unserer Abfahrt aus Katalonien kam es soweit, dass Markus und ich getrennte Wege gingen. Das war sehr schmerzhaft, aber auch sehr lehrreich. Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, sind wir aber wieder auf Kurs, wieder vereint und starten in den zweiten Teil unseres Jahres. Sicherlich mit einigen anderen Sichtweisen auf das „Gestern“ und das „Morgen“. Ist es doch oft so im Leben, dass man sich zu sehr auf die Vergangenheit und auf die Zukunft konzentriert und dabei oft vergisst die Gegenwart zu leben und zu genießen. Das Hier und Jetzt in sich aufzusaugen, Momente genießen ohne zu große Erwartungen zu haben.

Abendstimmung am Strand nördlich von Valencia

Abendstimmung am Strand nördlich von Valencia

Ich habe in den letzten zwei Wochen bei einer deutschen Familie an der Costa Blanca einen sogenannten Farmstay gemacht. Solche Aufenthalte laufen weltweit auch unter „woof“ (working opportunities on organic farms). Da es sich hier aber nicht um einen ökologischen Betrieb handelte nenne ich es mal farmstay. Der Deal sind ca. 25 Arbeitsstunden pro Woche bei Haus, Garten und Tieren gegen Unterkunft, Verpflegung und Familienanschluss. In meinem Fall habe ich als Unterkunft direkt eine ganze Ferienvilla bezogen und sehr liebe und hilfsbereite Menschen kennengelernt.

Ich habe jeden Tag die Tiere versorgt. Drei Pferde, zwei Ziegen, 25 Kaninchen, Hühner und Enten wollen gefüttert und gepflegt werden. Außerdem habe ich geholfen ein Zimmer im Haus zu renovieren, habe Heu gemäht, Unkraut gejätet und viel viel Palmenschnitt weggeschafft. Außerdem habe ich meine Familie auf Zeit auch manchmal bekocht, wir haben lecker gegrillt und selbst geräucherte Forellen gegessen. Die drei Hunde, besonders die kleine Stella, haben es mir besonders angetan. Das Klima an der Costa Blanca ist mild und einfach fantastisch. Mit Winter hat das nichts zu tun. In der freien Zeit habe ich mir Orte wie Denia oder Calp mit dem Peñon de Ifach angesehen und ich habe zwei Tage in Valencia verbracht. Strandspaziergänge liebe ich, genau wie das Schlendern durch die Markthallen der Städte. Hier und da etwas probieren, etwas Obst, Gemüse, Käse, Oliven oder Trockenfrüchte und Nüsse kaufen um dann wieder leckere Gerichte zu zaubern. Das gibt mir mehr als ein Shoppingbummel durch Einkaufszentren. 

Schöne und gut abgesicherte Touren im 6. Franzosengrad gibt's hier viele.

Schöne und gut abgesicherte Touren im 6. Franzosengrad gibt’s hier viele.

Außerdem konnte ich an einem Wochenende das Klettergebiet von Gandía kennenlernen und musste erneut feststellen, dass es recht viele europäische Kletterer in Bussen auf Langzeitreise ins warme Spanien verschlägt. Mit voranschreitendem Winter konnten wir immer wieder die selben Vans und Busse in den größeren Klettergebieten ausmachen. Wie in einem Trichter läuft hier alles zusammen. Aprovechar lo más! Das Beste herausholen!

Markus war zu dieser Zeit im Klettergebiet Chulilla, hat sich dort auch wieder mit unseren schwedischen Freunden Keith und Anders getroffen. Er wird im nächsten Beitrag darüber berichten.

6 Gedanken zu „Halbzeit an der Costa Blanca

  1. Vera

    An meiner Wand hängt ein Spruch: Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben. Ich bin schon auf weitere schöne Momente von euch gespannt:-).

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